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  RIO, RIO
Der passende Sockel für die Idee des Künstlers
 

Das Grundstück Böhmische Straße 27 ist Bestandteil eines Verbindungsweges zwischen Louisenstraße und Böhmischer Straße. In diesem halböffentlichen Bereich herrscht eine ganz besondere Stimmung, Atmosphäre. Die Aneinanderreihung verschiedener Einrichtungen wie der “Malvina”, einem gemeinnützigen Projekt, dem “Nordbad”, dem Fahrradgeschäft “Bikeland”, der Kneipe “Neustädter Oma”, nicht zuletzt die Einblicke in verschiedenen Gärten und Höfe, laden ein, diesen Durchgang zu nehmen. Und dies geschieht auch um des Weges Willen und nicht nur wegen der Abkürzung.

Das Gebäude Böhmische Straße 27 nun steht als ein Hinterhaus entlang dieses Weges. Es ist ein sehr unscheinbares Bauwerk. Freunde, Bekannte, Passanten darauf angesprochen, erinnern sich meist gar nicht, daran vorbei gekommen zu sein. Manch einem ist eventuell die Klavierwerkstatt im Erdgeschoss in Erinnerung geblieben. Das Haus erscheint in seinen Proportionen lang und hoch und ist schmal wie ein Handtuch. Es bildet das ideale Postament, den passenden Sockel für die Idee des Künstlers.

Eingang und Treppenhaus sind etwa in der Mitte des Hauses angeordnet. Im obersten Geschoss enden die Stufen, über sie ist das Dach nicht erreichbar. Der Zugang zum Dach wird deshalb über einen frei stehenden Treppenturm ermöglicht, der gegenüber der Längsseite des Hauses aus Gerüstbaumaterial errichtet wird. Als stabile Auflage für die beiden Pavillons dient eine Plattform aus Stahlbauteilen, die nur punktuell auf der Dachhaut aufliegt. Die Plattform nimmt etwa ein Drittel der Dachfläche in Anspruch und ist über einen Steg mit dem Treppenturm verbunden.

Somit erhält das Kunstprojekt auch einen konstruktiv unabhängigen Status von dem Wohnhaus und seinen Funktionen. Treppenturm, Steg und Plattform sind statisch und sicherheitstechnisch so ausgelegt, daß sie einen gefahrlosen Aufbau und die unmittelbare Besichtigung des Kunstprojektes Rio Rio erlauben.

Simone Becker


09.06.06